Der Offsetdruck ist das Standardverfahren für höhere Auflagen. Er arbeitet indirekt: Die Farbe geht nicht von der Druckplatte aufs Papier, sondern erst auf ein Gummituch und von dort auf den Bogen. Daher der Name – die Farbe wird „abgesetzt“.
Technisch beruht das Verfahren darauf, dass Fett und Wasser sich abstoßen. Die Druckplatte ist flach; die bildtragenden Stellen nehmen Farbe an, die übrigen werden feucht gehalten und bleiben frei. Gedruckt wird üblicherweise in den vier Skalenfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Wo eine Hausfarbe exakt sitzen muss, kommt eine Sonderfarbe dazu, etwa nach dem Pantone-System – gerade bei einem Corporate Design lohnt sich das, weil sich Markenfarben in CMYK oft nicht sauber treffen lassen.
Der wirtschaftliche Kern liegt in den Vorkosten: Für jede Farbe wird eine Platte belichtet, die Maschine muss eingerichtet werden. Diese Rüstkosten fallen unabhängig von der Menge an. Deshalb ist der Offsetdruck bei kleinen Auflagen unverhältnismäßig, ab einer gewissen Stückzahl aber deutlich günstiger als der Digitaldruck – und je größer die Auflage, desto klarer der Abstand. Wo genau die Grenze liegt, hängt vom Format und der Zahl der Farben ab.
Qualitativ liefert Offset feine Rasterverläufe und eine sehr gleichmäßige Farbführung über die gesamte Auflage. Dafür braucht er Vorlauf. Der Digitaldruck spielt seine Stärken dort aus, wo es schnell gehen muss, die Menge klein ist oder jedes Exemplar anders aussehen soll.
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